Sassnitz
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Altes Seebad, junger Hüpfer! 60 Jahre Stadtrecht Sassnitz

 
Liebe Rügenfans, eine Frage: Was ist das? Silber, Blau und Rot, Ziegelmauer und Leuchtturm. Richtig, das Wappen von Sassnitz, das auch die Flagge ziert. Sassnitz wird 60! Und ist damit eine der jüngsten Städte Mecklenburg-Vorpommerns. Im Süden der Halbinsel Jasmund gelegen, eilt dem Seebad der Ruf voraus, über eine hübsche Altstadt, Nähe zum Nationalpark und eine Reihe berühmter Sommerfrischler zu verfügen - von Johannes Brahms bis Kaiser Wilhelm. Aber da geht noch mehr ...
 

Seebad Sassnitz: In Kreide baden

Kreidefelsen
60 Jahre Stadtrecht - angesichts der alten Ortgeschichte slawischer Besiedelung ein Wimpernschlag, wie Hügelgräber, Burgwälle und Buddenhagener Schlossberg belegen. Mit dem 19. Jahrhundert mauserte sich das winzige Fischerdorf zum Seebad. Im Zuge der Industrialisierung wurde vielen die Luft über den Städten zu dick: Wer es sich leisten konnte, ergriff die Flucht - und brach zur Badereise auf, um in frischer Ostseebrise durchzuatmen, das Auge auf unverfälschter Landschaft. In Sassnitz machten reetgedeckte Fischerkaten typische Bäderarchitektur mit Pensionen, repräsentativen Hotels und ornamentierten Holzbalkons Platz, um dem Ansturm durch gut betuchte Klientel Rechnung zu tragen. Hatte sich Caspar David Friedrich bereits 1818 zu seinen "Kreidefelsen auf Rügen" inspirieren lassen, gaben sich anschließend berühmte Sommerfrischler wie die Familie des Romantikers und Theologen Schleiermacher oder Johannes Brahms in Sassnitz die Klinke in die Hand. 1890 urlaubte Kaiserin Auguste Victoria in der Villa Martha, über dem Kurplatz am Steilufer. Und Theodor Fontane? Auch er verarbeitete Sassnitz-Impressionen - in "Effi Briest" - und lieh sich vom Ortsteil Crampas den Namen für eine Hauptfigur. Ob Wilhelm der II. seine Zehen ins Kreidebad tauchte? Kreideabbau hat hier Tradition, den Einsatz Rügener Kreide zu Heilzwecken eingeschlossen - als Bäder und Packungen gegen Rheuma. 1935 wurde Sassnitz Kreideheilbad, mit eigener Kreideschlammbäderabteilung.
 

Belebter Knotenpunkt: Sogar Lenin kam vorbei 

Nur, wo der Sommerfrische eine minimal strapaziöse Anreise vorausging, war der Kureffekt garantiert! Sassnitz als Hafenstadt war schon 1878 von Stettin oder dem dänischen Rönne zu erreichen. Bald ging es mit der Dampflok von Stralsund bis Bergen, ab 1891 von dort auch nach Sassnitz. 1897 lief man auch das schwedische Trelleborg per Postdampfer an, ab 1909 zusätzlich mit der Eisenbahnfähre. Ein belebter Knotenpunkt, den auch der Gründer der UdSSR im April 1917 passierte: Der Legende nach fuhr kein Geringerer als Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, aus dem Schweizer Exil kommend, als Heizer mit wehender Perücke per Eisenbahn und Schiff Richtung Russland. Weshalb ihm die DDR ein Denkmal setzte und einen Lenin-Waggon am Bahnhof von Sassnitz aufstellte. Das Ende der DDR war auch Lenins Ende: Das Waggon-Museum wurde dichtgemacht, die Büste vom - schnell umbenannten - Leninplatz abgeräumt. Heute erinnert eine Steintafel an den Revolutionär. Neu ist, dass die Stadt vorhat, zum Festakt am 24. Juni 2017 wieder an Lenins Aufenthalt zu erinnern.
 

DDR-Zeit: Fisch liegt in der Luft

Leider machte die dunkle NS-Geschichte nicht vor Sassnitz Toren halt: 1945 eröffnete ein Außenlager des KZ-Ravensbrück. In der Baracke in der Nähe des heutigen Karl-Liebknecht-Rings waren überwiegend Zeugen Jehovas untergebracht, um für ein Institut zu arbeiten, das Meeresalgen für die Volksgesundheit nutzbar machen wollte. Stolpersteine erinnern an die Häftlinge, ein Denkmal von Reinhard Schmidt im Park am Rathaus an die Opfer des Faschismus. Ein Krieg, der auch Sassnitz nicht verschonte: Im März 1945 trafen 191 britische Lancaster-Bomben Hafen und Stadt. Ade, glanzvolles Bäderzentrum: Nach dem Krieg lag Fisch in der Luft. Seit 1949 beschäftigte das VEB Kombinat, zweitgrößter Lebensmittelproduzent der DDR, über 2000 Menschen, die pro Jahr zehntausende Tonnen Fisch zu Konserven und Räucherwaren verarbeiteten. Pensionshäuser und Altstadt verfielen derweil.
 

Sassnitz heute: Beschaulich!

Mit dem Ende der DDR verlor Sassnitz als Hafen an Bedeutung. 1981 noch fast 15.000 Einwohner stark, kommt die Stadt heute auf 9.600. Auch hier macht sich der demographische Wandel bemerkbar - nicht zuletzt in Form einer wachsenden Seniorenwählergemeinschaft. Heute ist Sassnitz Staatlich anerkannter Erholungsort - mit Heil- und Solequellen. Und pflegt vielfältige Partnerschaften wie mit dem schwedischen Trelleborg am Mittsommerfeuer, aber auch mit dem russischen Kingissepp oder Huai´an, China. Ansonsten liebt es Sassnitz beschaulich, denn nach 1998 zogen Fährverkehr und Fischindustrie mit seinen gewaltigen Anlagen 5 km vor die Stadt, sprich nach Mukran um. Im alten Glasbahnhof, einst Teil des Hafens, sitzt heute das Museum für Unterwasserarchäologie. Auch die Kreidebrüche ruhen zum Großteil, aber im Kreidemuseum des benachbarten Gummanz können Sie Originalmaschinen sichten - oder Interessantes über Ihre Fossilienfunde erfahren.
 

Neuer Charme - dank Städtebauförderung

Derweil lechzten Sassnitz historischer Stadtkern und Bäderarchitektur nach neuem Leben und frischer Farbe. Umfassend und stilvoll renoviert, entschied man sich überwiegend für ein weißes Antlitz - und bezog auch den Altstadthafen in die Sanierung mit ein. Neuer Charme rundum, zum Beispiel für das - 1910 als Warmbad eröffnete - heutige Rathaus, an dessen ehemalige Funktion eine Glasornamentik am Hauptportal erinnert. Ebenfalls sehenswert: Das älteste Haus der Stadt in der Karlstraße sowie Haus Seerose in der Ringstraße oder Villa Hertha. All dies überschauend, thront seit 1883 St-Johannis auf der Anhöhe nahe Crampas an der Stubbenkammerstraße und lädt von Juni bis September zu Sommerkonzerten ein. Das neoklassizistische Schloss Dwasieden sprengte man leider 1947 - geblieben sind ein paar imposante Ruinen. Erhalten blieb dagegen die 1895 errichtete, majestätische Seelotsenstation - Domizil des Hafenmeisters. Das Fischerei- und Hafenmuseum dokumentiert mit Exponaten wie dem Kutter Havel Rügens Fischereigeschichte.
 

Naturspaziergänge, Hertha und Störtebeker

Lust auf einen gelassenen, ausgedehnten Spaziergang? Wie an einer Perlenschnur reihen sich Lokale und Restaurants entlang der Strandpromenade. Und raten Sie, was das Stadtzentrum mit dem Sassnitzer Hafen verbindet? Richtig - eine über 270 Meter lange Hängebrücke, für Fußgänger und Radfahrer. Sehen Sie den einlaufenden Fischern bei der Arbeit zu. Oder nehmen Sie ein Boot zu den Kreidefelsen. Alternativ führt Sie der Hochuferweg auf Caspar David Friedrichs Spuren durch Buchenurwälder und seltene Gehölze von Wildbirne bis Eibe, zu Königstuhl und Stubbenkammer-Kreideküste, geformt durch abtragende Wellen und Strömungen. Aber was sind Feuersteinwälle? Wandern Sie über 4000 Jahre alte Landschaften und früheren Meeresboden, nun Heimat vielfältiger Pflanzenwelt - oder entdecken Sie den tiefen Herthasee mit seinen wendischen Opfersteinen: Der Sage nach badete die gleichnamige Göttin darin, um ihre sterbliche Gefolgschaft, der nicht gestattet war, Hertha nackt zu sehen, im Anschluss zu ertränken. Außerdem sollen Klaus Störtebeker und seine Piraten in der Gegend um Sassnitz untergeschlüpft sein ...
 

Neue Archivschätze, neuer Tierpark

Was da wohl drin ist? Anlässlich des Stadtjubiläums wechseln über 30 wertvolle Kartons den Besitzer. Der geheimnisvolle Inhalt: Schriftstücke aus der Zeit von 1867 bis 1952, bisher im Staatsarchiv Greifswald zu sichten. Für Bürgermeister Frank Kracht ein würdiger Auftakt der Veranstaltungen zum Stadtgeburtstag - sogar Briefe aus der Zeit vor 1945, die die Anerkennung von Sassnitz als Kreideheilbad belegen, sind darunter. Ein Titel, den das Seebad brennend gern zurück hätte! Auch sonst ist das Geburtstagskind tierisch in Bewegung, im Besitz des einzigen Zoos der Insel Rügen. Dessen Bewohner ziehen jetzt um, denn 2019 soll ein neuer, artgerechterer Tierpark seine Pforten öffnen. Tipp: Bis dahin einfach den tropischen Schmetterlingspark und seine freifliegenden Bewohner besuchen!
 

Happy Birthday, Sassnitz!

Und immer wieder: Fischerboote, Yachten, Fahrgastschiffe, Fähren und der Duft des Meeres, beim Spaziergang entlang der Mole. Verwöhnt vom Tourismus, ging jedoch ein Kelch an Sassnitz vorbei: Ende der 1990er reifte der Plan für eine Werft, die hier Kreuzfahrtschiffe bauen wollte - das Aus für die pittoreske Silhouette! Zum Glück ein Vorhaben, dem die Nähe zum Nationalpark einen Riegel vorschob. Luxusliner, die jetzt andere bauen. Sassnitz feiert lieber, zum Beispiel die Molensoiree, eine lange Nacht am ersten Augustsamstag. Oder die Sassnitz-Sail, eine Strandpromenaden-Revue - und natürlich seine Rügener Hafentage. Jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juli sieht der Stadtrechts-Frischling das größte Volksfest der Insel, mit Bummel- und Kirmesmeile und viel Kultur auf zahlreichen Bühnen, gekrönt durch ein großes Höhenfeuerwerk. Und feiert dieses Jahr zusätzlich schon im Juni seinen runden Geburtstag: Neugierig auf Shanty Marke Sassnitz oder De Jasmunder Plattdänzer, 60 Mädchen und Jungen im Alter von 5 bis 23? Sie sind natürlich dabei, um 60 Jahre Stadt Sassnitz zu feiern. Happy Birthday!
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